Gleiche Arbeit, weniger Geld: Der steinige Weg zu mehr Lohngerechtigkeit – Mit Silke Georgi von DiscriminAid

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Stell dir vor, dein männlicher Kollege macht die gleiche Arbeit wie du – aber bekommt ein deutlich höheres Gehalt. Und wenn du dich dagegen wehrst, riskierst du, im eigenen Unternehmen plötzlich als „Nestbeschmutzerin“ zu gelten. Genau das ist die Realität vieler Frauen*.

Lohndiskriminierung ist kein abstraktes Gleichstellungsthema. Sie kann über Jahre hinweg Einkommen, Karrierechancen und finanzielle Sicherheit beeinflussen. Gleichzeitig wissen viele Frauen* weder, was ihre männlichen Kollegen verdienen, noch welche Rechte sie haben, wenn sie eine ungerechte Bezahlung vermuten.

“Da macht man als Frau jahrelang gute Arbeit, mag seinen Job, kommt mit dem Chef gut aus, man ist da, wo man sein will. Und dann erfährt man, dass der Kollege, der genau das gleiche macht wie man selbst, einfach mal eine Riesensumme mehr Geld verdient. Diese fehlende Wertschätzung der Arbeit, diese Diskriminierung durch Menschen, mit denen man tagtäglich zu tun hat, die man mag, denen man vertraut: Das ist so ein krasser Moment. Und dann wird man als Frau damit auch noch alleine gelassen, damit umzugehen.”

In dieser Episode sprechen wir mit Silke Georgi, Volljuristin, Equal Pay Coach und Gründerin von DiscriminAid. Die gemeinnützige Organisation unterstützt Frauen*, die von Lohndiskriminierung betroffen sind, dabei, ihre Rechte tatsächlich geltend zu machen.

Wir schauen dorthin, wo es unbequem wird: Warum ist es für Einzelne noch immer so schwer, gegen ungleiche Bezahlung vorzugehen? Warum werden bestehende Auskunftsrechte kaum genutzt? Welche Rolle spielen intransparente Gehaltsstrukturen, die Angst vor negativen Reaktionen des Arbeitgebers und unsere merkwürdig hartnäckige Kultur des Schweigens über Geld?

Wir sprechen außerdem über die EU-Entgelttransparenzrichtlinie und darüber, was sich für Beschäftigte und Arbeitgeber künftig verändern wird.

Und es wird auch persönlich: Silke erzählt, warum sie DiscriminAid gegründet hat und welche Geschichte hinter dem Barbara-Schäfer-Georgi-Rechtsfonds steckt, der den Namen einer Frau trägt, der aufgrund ihres Geschlechts die Arbeit als Pfarrerin verwehrt wurde.

Eine Episode über Macht, die emotionale Dimension von Geld und ein Tabu, das Ungleichheit erstaunlich gut schützt.


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