Unsere Demokratie steht unter Druck. Das löst in vielen von uns Unbehagen, Sorgen und Ängste aus. Doch selten wird uns konkret vermittelt, was der oder die Einzelne dagegen tun kann, jenseits des nächsten Wahltermins.
Wie gehe ich bei der Familienfeier, beim Straßenfest oder am Arbeitsplatz in den Dialog mit Menschen, die demokratiefeindliche Aussagen tätigen? Wo kann ich meine Kommunikationsskills gezielt trainieren? Und wie organisiere ich eigentlich ein eigenes Demokratie-Projekt oder eine Kampagne?
Glücklicherweise gibt es genau für solche Fragen eine Vielzahl konkreter Werkzeuge: Kartensets, die Gespräche anstoßen, Trainingsformate, die demokratische Fähigkeiten wie Zuhören oder Kompromissfähigkeit trainierbar machen, KI-gestützte Kommunikationshilfen für die Kampagnenarbeit und ausführliche Handbücher für alle, die Beteiligungsprozesse und andere Initiativen umsetzen wollen.
In dieser Übersicht haben wir für euch genau solche Praxis-Tools, Bildungsangebote und Leitfäden gesammelt. Sie richtet sich an alle, die beruflich oder ehrenamtlich mit Demokratieförderung, politischer Bildung oder Antidiskriminierungsarbeit zu tun haben, ebenso wie an alle, die im eigenen Umfeld aktiv werden wollen.
Tools für die Kommunikation im Alltag und im Engagement
Herausfordernde Situationen können schon im Kleinen anfangen: Wie spreche ich – beispielsweise im privaten Umfeld oder Arbeitsplatz – konstruktiv mit Menschen, die demokratiefeindliche oder rassistische Statements äußern? Und eines sei vorweg gesagt: Wenn du dich damit oft hilflos und überfordert fühlst, bist du damit sowas von nicht alleine. Solche Gespräche fallen keinem und keiner von uns leicht.
Die folgenden Tools können dabei helfen: Sie liefern Gesprächsanlässe für den Alltag, unterstützen dabei, konstruktive Fragetechniken und Botschaften zu entwickeln und gleichzeitig in wertschätzender Verbindung mit dem Gegenüber zu bleiben. Des Weiteren gibt es auch Hilfestellungen für die wirksame Formulierung von Gegenrede zu Hass und Desinformation speziell im digitalen Raum. Finde hier das richtige Tools für dich:

Demokratiedeckel – Edition Zusammen für Demokratie
Der Demokratiedeckel e.V., eine Initiative junger Menschen, hat mit dem Bündnis „Zusammen für Demokratie" – einem Zusammenschluss von 75 Organisationen – ein Set von fünf bunten Bierdeckeln mit Gesprächsfragen entwickelt. Die Fragen drehen sich um Hoffnung, Alltagsentlastung, politische Mitbestimmung und gesellschaftliche Gerechtigkeit und sollen als niedrigschwelliger Gesprächseinstieg dienen, etwa am Kneipentisch, bei Veranstaltungen oder im Familienkreis. Die Idee dahinter: Statt verhärteter Fronten sollen die Deckel zeigen, was Menschen trotz unterschiedlicher Standpunkte verbindet. Das Set eignet sich für alle, die im Alltag oder bei Veranstaltungen unkompliziert Gespräche über Demokratie und Gesellschaft anstoßen wollen, ganz ohne Vorbereitung oder Moderationserfahrung. Neben der Edition "Zusammen für Demokratie" sind weitere Editionen, die speziell auf Gestro oder Lehrende zugeschnitten sind, derzeit kostenfrei bestellbar. Zum Shop
Dialog-Initiative „Sprechen & Zuhören"
Das von Mehr Demokratie e.V. entwickelte Dialogformat bringt Menschen mit unterschiedlichen Sichtweisen ins Gespräch, ohne dass es darum geht, andere zu überzeugen. In kleinen Gruppen erhält jede Person die gleiche Redezeit, während die anderen zuhören, was besonders bei polarisierenden Themen wie Migration, Rechtspopulismus oder Corona-Politik eine entschleunigende Wirkung zeigt. Seit 2024 fanden bereits über 45 lokale Veranstaltungen mit mehr als 1.100 Teilnehmenden statt, ergänzt durch ein monatliches Online-Format. Das Format eignet sich für Kommunen, Vereine, Unternehmen und Initiativen, die einen respektvollen Austausch zu kontroversen Themen ermöglichen wollen. Ein kostenloser Leitfaden erklärt die Durchführung Schritt für Schritt. Zur Dialog-Initiative
Faktor D: KI-Werkzeugkasten für demokratische Kommunikation
Der Werkzeugkasten ist ein offenes Lernprojekt von Faktor D, entwickelt gemeinsam mit 33 Kommunikationsexpert:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sein Ausgangspunkt: Autoritäre Bewegungen kommunizieren strategisch und emotional, demokratische Akteur:innen dagegen oft fragmentiert und reaktiv. Das KI-Tool hilft dabei, Zielgruppen der gesellschaftlichen Mitte besser zu verstehen, bestehende Texte und Kampagnen zu überarbeiten, wirksame Narrative zu entwickeln und passende Kommunikationsansätze für konkrete Situationen zu finden. Es richtet sich an alle, die in Zivilgesellschaft, Kampagnenarbeit oder Kommunikation für demokratische Werte tätig sind und ihre Botschaften zielgruppengerechter und emotional anschlussfähiger gestalten wollen. Da es kein fertiges Produkt, sondern ein laufendes Gemeinschaftsprojekt ist, wird es kontinuierlich mit Praxiserfahrungen der Nutzenden weiterentwickelt. Zum Werkzeugkasten
IDA-Kartenset: Antidiskriminierung, Rassismuskritik und Diversität
Das vom Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA) herausgegebene Kartenset umfasst 105 Reflexionskarten in der zweiten, überarbeiteten Auflage. Die Karten thematisieren Rassismus, Diskriminierung und Diversität auf fünf unterschiedliche Arten: als Begriffe, Konzepte und Methoden rassismuskritischer Denkweisen, als Aussagen aus dem öffentlichen Leben und als statistische Zahlen. Ein 24-seitiges Booklet liefert dazu didaktische Hinweise, Begriffserklärungen und Literaturempfehlungen. Geeignet ist das Set für die Gruppenarbeit mit Menschen ab 14 Jahren und richtet sich an Bildungsreferent:innen, Multiplikator:innen in der Jugendarbeit sowie alle, die Diskriminierung und Ungerechtigkeit angemessen thematisieren und zur Selbstreflexion anregen wollen. Es kostet 35 Euro inklusive Versand. Zum Kartenset
Planspiel-Datenbank der bpb
Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) stellt mit ihrer Planspiel-Datenbank eine systematische Übersicht über rund 200 deutschsprachige Planspiele zur Verfügung, die im Bereich der politischen Bildung eingesetzt werden. Planspiele simulieren politische Verhandlungs- und Entscheidungsprozesse und machen dadurch demokratische Institutionen, Interessenkonflikte und Kompromissfindung praktisch erlebbar, statt sie nur abstrakt zu erklären. Die Datenbank lässt sich nach Themen wie Partizipation, Diskriminierung oder Menschenrechten, nach Zeitbedarf und nach Zielgruppe filtern, von der Grundschule über die Berufsschule bis zur Erwachsenenbildung. Sie eignet sich für Lehrkräfte, Trainer:innen und Multiplikator:innen, die Demokratiebildung methodisch abwechslungsreich gestalten wollen und dafür ein passendes, bereits erprobtes Format suchen. Zur Datenbank
YOUNA – KI-Chatbot für Rassismusbetroffene
YOUNA (You Are Not Alone) ist ein spezialisierter KI-Chatbot, entwickelt vom BIPoC-geführten Social-Tech-Business Meta Impact, der Menschen nach rassistischen Erfahrungen Orientierung bietet. Anders als ein allgemeines Sprachmodell arbeitet YOUNA mit einem Multiagenten-System aus mehreren Fach-Teams, etwa zu Soforthilfe, rechtlicher Orientierung, Bystanding, Online-Hass oder Selbstfürsorge, die auf von Expert:innen geprüfte Inhalte und Anlaufstellen zurückgreifen.
Nutzer:innen erhalten konkrete nächste Schritte, von emotionaler Entlastung über Formulierungshilfen für Beschwerden bis zu passenden Beratungsstellen, anonym und kostenlos.
Das Angebot richtet sich sowohl an Betroffene von Rassismus als auch an Verbündete, Führungskräfte und HR-Teams, die lernen wollen, rassismussensibel zu handeln. YOUNA ersetzt weder Therapie noch Rechtsberatung und ist kein Notfalldienst. Zu YOUNA
„15 Minuten für Demokratie" – Engagement-Spiel
Dieses digitale Kartenspiel des Bündnisses „Zusammen für Demokratie" liefert 20 konkrete Ideen, wie sich Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt in nur 15 Minuten stärken lassen, ganz ohne Vorbereitung. Auf der Website zieht man eine Karte, erhält eine kleine, sofort umsetzbare Handlungsaufforderung und kann die eigene Aktion im Anschluss teilen, um andere zum Mitmachen einzuladen. Das macht das Tool besonders für Menschen interessant, die sich engagieren möchten, aber im Alltag wenig Zeit für größeres Engagement finden. Es eignet sich auch als spielerischer Einstieg für Gruppen, etwa im Unterricht, in Teams oder bei Veranstaltungen, um die Hemmschwelle für erste eigene Aktionen zu senken. Zum Kartenspiel
Jobs im Bereich Changemaker?
Jobs im Bereich Changemaker?
Schulungsangebote und praktischer Kompetenzaufbau
Demokratische Fähigkeiten wie Zuhören, Argumentieren oder der konstruktive Umgang mit Konflikten lassen sich trainieren, ganz ähnlich wie ein Muskel. Die folgenden Formate bieten dafür praktische Übungsräume: von kurzen Trainingseinheiten bis hin zu mehrtägigen Workshops.
Die Zielgruppen sind dabei bewusst breit gefasst. Manche Angebote richten sich an Schulen und Hochschulen, die demokratische Grundhaltungen bereits bei jungen Menschen verankern wollen, andere an Unternehmen und Teams, die ihre interne Gesprächs- und Entscheidungskultur stärken möchten. Wieder andere sind für Kommunen und Verwaltungen konzipiert, die Demokratie dort spürbar machen wollen, wo sie tatsächlich stattfindet, oder für Multiplikator:innen in der Jugend- und Erwachsenenbildung, die diese Formate selbst in ihre eigene Praxis mitnehmen. Wer sich einen Überblick verschafft, findet für nahezu jeden Kontext, ob Klassenzimmer, Betrieb, Verein oder Gemeindesaal, ein passendes Format.
Argumentationstraining gegen Stammtischparolen
Das zentrale Portal zum „Argumentationstraining gegen Stammtischparolen" geht auf das gleichnamige Konzept des Politikdidaktikers Klaus-Peter Hufer zurück und wird seit Jahrzehnten von Landeszentralen für politische Bildung sowie freien Trainer:innen bundesweit angeboten.
Kernstück ist eine umfassende Handreichung, die als PDF zur Verfügung steht und typische Stammtischparolen sowie Reaktionsmöglichkeiten systematisch aufbereitet. Statt Vorurteile und platte Sprüche unwidersprochen stehen zu lassen, vermittelt das Training konkrete Argumentationstechniken wie den sogenannten Argumentationstrichter. Es richtet sich an alle, die im Alltag, im Beruf oder im Ehrenamt mit rechten Parolen konfrontiert werden und lernen wollen, souverän und faktenbasiert zu reagieren, ohne selbst in Rechthaberei zu verfallen. Zusätzlich bietet die Seite eine Übersicht zu Anbieter:innen entsprechender Workshops. Zur Handreichung
Betzavta – Demokratie erfahrbar machen
„Betzavta", hebräisch für „Miteinander", ist ein Demokratietrainingsprogramm, das am Adam Institute for Democracy and Peace in Jerusalem entwickelt und seit 1995 mit Unterstützung der Bertelsmann Stiftung für Deutschland adaptiert wurde.
Statt Demokratie theoretisch zu vermitteln, machen erlebnisorientierte Übungen und eine spezifische Konflikt-Dilemma-Methode das Spannungsverhältnis von Freiheit und Gleichheit unmittelbar spürbar. Teilnehmende erfahren, wie schnell alltägliche Situationen zu echten Dilemmata werden, in denen unterschiedliche Freiheitsrechte aufeinandertreffen, und reflektieren im Anschluss, wie demokratische Entscheidungsprozesse gelingen können. Das Format eignet sich für Schulen, Hochschulen, Unternehmen und die außerschulische Bildungsarbeit, etwa mit Ehrenamtlichen, Verwaltungsangestellten oder Führungskräften. Wer sich vertieft einarbeiten will, kann eine zertifizierte Trainer:innenausbildung absolvieren. Zur Übersicht
Demokratie-Fitness-Training
Das 2017 in Dänemark entwickelte Trainingskonzept wird inzwischen in zwölf Ländern eingesetzt, in Deutschland koordiniert vom Bildungswerk Mehr Demokratie mit über 400 zertifizierten Trainer:innen. In 30-minütigen, niedrigschwelligen Einheiten trainieren Teilnehmende gezielt einen von zehn „Demokratie-Muskeln" wie Empathie, aktives Zuhören, Meinungsbildung, Mut oder Kompromissfähigkeit, jeweils praktisch statt nur theoretisch. Die Trainings lassen sich in verschiedenste Formate integrieren, von der Schulstunde über Teamsitzungen bis zur Unternehmenskonferenz, und erfordern weder Vorwissen noch politisches Interesse. Sie eignen sich für Schulen, Unternehmen, Kommunen und Vereine, die demokratische Fähigkeiten im Alltag erlebbar machen wollen. Wer möchte, kann sich in einem zweitägigen Camp selbst zur Trainerin ausbilden lassen. Zum Demokratie-Fitness-Training
Liquid Academy
Die Liquid Academy des Vereins Liquid Democracy bündelt Wissen zu digitaler Demokratie in drei Themenfeldern: Liquid Democracy als Theorie und Vision, digitale Zivilgesellschaft sowie Online-Beteiligung in der Praxis. Das Angebot umfasst Workshops, Artikel, Videos und Linksammlungen zu Themen wie Künstliche Intelligenz und Beteiligung, einfache Sprache in der politischen Kommunikation oder die Moderation digitaler Beteiligungsprozesse.
Die Academy richtet sich an alle, die digitale Beteiligungsformate mitgestalten oder verstehen wollen, etwa Mitarbeitende in Kommunen und Verwaltung, Engagierte in der Zivilgesellschaft oder Menschen aus der politischen Bildungsarbeit. Der modulare Aufbau erlaubt es, gezielt nach Format und Thema zu filtern und sich Schritt für Schritt in digitale Partizipation einzuarbeiten. Zur Liquid Academy

Leitfäden und Handbücher
Wer größere Beteiligungsprozesse plant, etwa einen Bürgerrat, eine Dialogreihe oder ein kommunales Partizipationsprojekt, braucht neben guten Ideen eine fundierte Struktur für die Umsetzung.
Die folgenden Leitfäden und Handbücher liefern das nötige Handwerkszeug für Organisation, Ablauf und Nachbereitung solcher Vorhaben. Sie richten sich an unterschiedliche Akteur:innen: Teils richten sie sich an Mitarbeitende in Kommunen und Verwaltungen, die einen Bürgerrat oder ein Beteiligungsverfahren erstmals durchführen wollen und dafür eine verlässliche Schritt-für-Schritt-Anleitung suchen. Andere Leitfäden sind für zivilgesellschaftliche Initiativen und Vereine gedacht, die eigene Projektanträge stellen oder Beteiligungsformate vor Ort selbst organisieren möchten. Wieder andere Publikationen wenden sich an Beratungsstellen und Fachkräfte, etwa in der Antidiskriminierungsarbeit, die auf praxiserprobte Materialien für ihre tägliche Arbeit zurückgreifen wollen.
Gemeinsam ist allen Angeboten, dass sie über allgemeine Theorie hinausgehen und konkrete Verfahrensschritte, Vorlagen oder Checklisten liefern, mit denen sich ein Vorhaben tatsächlich von der Idee bis zur Umsetzung tragen lässt.
Anleitung: Protestbriefe schreiben
Die Plattform „Für eine bessere Welt" bietet eine praxisnahe, rund einstündige Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Verfassen von Protestbriefen. Sie führt von der Klärung der eigenen Motivation über eine Phase freien Schreibens ohne Anspruch an Form oder Fakten, die Recherche der relevanten Fakten bis hin zum eigentlichen Brief mit klarer Forderung und offener Abschlussfrage an die adressierte Person. Ergänzend gibt es Tipps zu Sprache, Aufbau und Verbreitung des fertigen Briefs.
Die Anleitung eignet sich für alle, die ein politisches Anliegen konkret an Entscheidungsträger:innen richten wollen, aber noch keine Erfahrung im Verfassen solcher Briefe haben, und macht politisches Engagement damit niedrigschwellig zugänglich. Zur Anleitung
Bürgerrat-Handbuch
Mehr Demokratie e.V. hat mit „Kommunale Bürgerräte organisieren – Handbuch für den Weg von der ersten Idee bis zur Umsetzung der Empfehlungen" einen umfangreichen Praxisleitfaden veröffentlicht. Er begleitet den gesamten Prozess eines kommunalen Bürgerrats: von der ersten Idee über die Auslosung der Teilnehmenden nach demografischen Kriterien, die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung bis zur Umsetzung der am Ende erarbeiteten Empfehlungen. Das Handbuch richtet sich an Kommunen, Verwaltungen und zivilgesellschaftliche Initiativen, die einen Bürgerrat planen oder durchführen wollen, und liefert dafür konkrete Verfahrensschritte statt nur demokratietheoretischer Einordnung. Zum Handbuch
Charta der Vielfalt – Tools für Unternehmen
Die Charta der Vielfalt e.V. ist Deutschlands größte Arbeitgebendeninitiative für Diversity in der Arbeitswelt und stellt ihren mittlerweile mehreren Tausend Unterzeichner:innen eine Reihe von Leitfäden und praktischen Instrumenten zur Verfügung. Diese unterstützen dabei, Diversity Management konkret im Arbeitsalltag zu verankern, etwa in Bewerbungsprozessen, bei Schulungen oder im Umgang mit Diskriminierungsfällen, individuell angepasst an die jeweilige Organisationsgröße und -form.
Die Angebote richten sich an Unternehmen jeder Größe ebenso wie an den öffentlichen Sektor, Vereine, Verbände und Stiftungen, die eine offene, vorurteilsfreie Unternehmenskultur aktiv gestalten wollen. Für Personalverantwortliche und Führungskräfte bieten die Tools damit einen praxisnahen Einstieg jenseits einer reinen Selbstverpflichtung. Zu den Tools
CORRECTIV.Faktenforum
Das CORRECTIV.Faktenforum ist die erste deutschsprachige Faktencheck-Community und ein Projekt des gemeinnützigen Medienhauses CORRECTIV. Freiwillige recherchieren gemeinsam zu potenziellen Falschbehauptungen aus dem Netz, ordnen sie nach journalistischen Standards ein und veröffentlichen ihre Ergebnisse als Faktensammlungen. Ergänzt wird die Plattform durch regelmäßige Online- und Präsenz-Workshops mit erfahrenen Faktencheckern, in denen Grundlagen des Faktenchecks, Quellenprüfung, Recherchemethoden und der Umgang mit KI-generierten Inhalten vermittelt werden.
Das Angebot richtet sich an alle, die sich für einen faktenbasierten öffentlichen Diskurs engagieren wollen, unabhängig von journalistischer Vorerfahrung, vom interessierten Laien bis zur Bildungsfachkraft, die Desinformation in ihrer eigenen Arbeit thematisieren will. Seit dem Start haben sich bereits mehrere Tausend Menschen registriert. Zum Faktenforum
KOMPASS – Online-Handbuch Menschenrechtsbildung
KOMPASS ist ein von Europarat, Bundeszentrale für politische Bildung und Deutschem Institut für Menschenrechte gemeinsam herausgegebenes Handbuch zur Menschenrechtsbildung, das mittlerweile in über 30 Sprachen vorliegt. Herzstück sind 57 Übungen, die mit zentralen Menschenrechtsthemen vertraut machen und dazu anregen, das Gelernte in die eigene Praxis vor Ort zu übertragen. Ergänzend liefert das Handbuch Hintergrundinformationen zum internationalen Menschenrechtsschutzsystem und zu wichtigen Akteur:innen, sodass sich Bildungsaktivitäten fundiert vorbereiten lassen.
KOMPASS richtet sich an alle, die beruflich oder ehrenamtlich in der Jugendarbeit, Bildung oder Menschenrechtsbildung tätig sind und methodisch abwechslungsreiche Übungen für die schulische wie außerschulische Praxis suchen. Das vollständige Handbuch ist online frei zugänglich. Zum Handbuch

Publikationsliste der advd-Mitgliedsorganisationen
Der Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd) ist ein Dachverband von 33 unabhängigen Antidiskriminierungsbüros und -beratungsstellen aus 13 Bundesländern mit langjähriger Erfahrung in Beratung und Empowerment von Betroffenen. Auf seiner Website sammelt der Verband Publikationen seiner Mitgliedsorganisationen, etwa praxisnahe Ratgeber und Handreichungen, beispielsweise zum diskriminierungssensiblen Umgang im Gesundheitswesen. Die Liste bietet damit einen gebündelten Zugang zu Materialien, die sonst über einzelne Trägerwebsites verstreut wären.
Sie eignet sich für Beratungsstellen, Personalverantwortliche und alle, die sich mit konkreten Diskriminierungsfeldern und Antidiskriminierungsarbeit in der Praxis auseinandersetzen wollen und einen fundierten Einstieg oder vertiefendes Fachwissen suchen. Zur Publikationsliste
Methodensammlungen für Partizipation (Stiftung Mitarbeit)
Die seit 1963 bestehende Stiftung Mitarbeit ist als anerkannter Träger politischer Bildung aktiv und betreibt unter mitarbeit.de einen umfangreichen Publikationsshop mit praxisnahen Arbeitshilfen, etwa zu Fördermittelanträgen, Kinderbeteiligung oder der Organisation von Beteiligungsprozessen vor Ort. Ergänzt wird das Angebot durch Seminare, Tagungen sowie die Portale „Wegweiser Bürgergesellschaft" und „Netzwerk Demokratie und Beteiligung", die Engagement- und Demokratie-Know-how bündeln.
Die Materialien richten sich an Initiativen, Kommunen, Verwaltung und zivilgesellschaftliche Akteur:innen, die Bürgerbeteiligung konkret gestalten, moderieren oder organisieren wollen und dafür fundierte, in der Praxis erprobte Methoden suchen statt allgemeiner Theorie. Zu den Methodensammlungen
Servicestelle Jugendbeteiligung
Die Servicestelle Jugendbeteiligung unterstützt Kommunen und Fachkräfte dabei, Beteiligungsstrukturen für junge Menschen dauerhaft zu verankern, mit praktischem Wissen zu Projektmanagement, Finanzierungsmöglichkeiten und methodischer Umsetzung. Ausgangspunkt ist die Überzeugung, dass Jugendbeteiligung nicht nur die Jugendlichen selbst, sondern die gesamte Kommune verändert und junge Menschen zu gesellschaftlicher Mitverantwortung befähigt. Die Servicestelle arbeitet dafür eng mit Fachkräften aus der Kinder- und Jugendarbeit zusammen und bietet Orientierung, wie Beteiligungsformate wie Jugendforen oder -parlamente vor Ort aufgebaut und nachhaltig etabliert werden können.
Das Angebot richtet sich in erster Linie an kommunale Verwaltungen, Jugendarbeiter:innen und alle, die Jugendbeteiligung nicht nur einmalig, sondern strukturell in ihrer Kommune verankern wollen. Zur Servicestelle
Vielfalt-Mediathek
Die Vielfalt-Mediathek ist ein Begleitprojekt des Bundesprogramms „Demokratie leben!" und wird vom Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA) getragen. Seit 2006 sammelt das Portal Publikationen, Videos, Podcasts und Arbeitshilfen, die im Rahmen geförderter Projekte entstanden sind, mittlerweile über 5.000 Materialien zu Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Diversität, Migration sowie Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit. Alle Inhalte lassen sich nach Themen und Zielgruppen filtern und stehen kostenlos zum Download bereit.
Das Angebot richtet sich vor allem an Multiplikator:innen der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit sowie an alle engagierten Bürger:innen, die fundiertes, praxiserprobtes Material für die eigene Bildungs- oder Präventionsarbeit suchen, statt sich einzelne Quellen mühsam zusammenzusuchen. Zur Vielfalt-Mediathek
Fazit
Engagement für die Demokratie muss nicht bei null anfangen. Die hier gesammelten Tools, Trainings und Leitfäden zeigen, dass es für nahezu jede Ausgangslage schon erprobte Ansätze gibt, ob für den ersten zwanglosen Gesprächseinstieg oder für die Organisation eines vollständigen Bürgerrats. Viele der Angebote sind kostenlos, niedrigschwellig und lassen sich sofort ausprobieren, andere erfordern etwas mehr Vorbereitung oder eine Ausbildung, zahlen sich dafür aber langfristig aus, etwa wenn ganze Teams oder Organisationen demokratische Kompetenzen aufbauen wollen.
Ein zusätzlicher Impuls: Die hier vorgestellten Praxis-Tools wurden von Organisationen erstellt, die sich auf professionelle Weise der Demokratieförderung widmen.
Wer tiefer einsteigen und wissen möchte, welche Träger und Initiativen hinter der Demokratiearbeit in Deutschland stehen, findet einen Überblick in unserem Artikel über Organisationen im Bereich Demokratieförderung. Diese Organisationen bieten nicht nur Optionen für eine ehrenamtliche Mitarbeit an, sondern beschäftigen auch hauptamtliche Mitarbeitende und stellen daher auch potentielle Arbeitgeber dar. Wer sich also beruflich in diesem Feld engagieren möchte, sei es in der politischen Bildung, der Antidiskriminierungsarbeit oder der Beteiligungsförderung, findet dort auch Ansatzpunkte für die eigene Jobsuche.
Am Ende zeigt diese Übersicht vor allem eins: Demokratie ist kein abstraktes Konzept, das nur in Parlamenten oder auf Wahlzetteln stattfindet, sondern eine Praxis, die sich im Kleinen wie im Großen immer wieder neu einüben lässt. Ob am Küchentisch, im Kollegium oder im Rathaus, für jeden Anlass gibt es inzwischen ein passendes Werkzeug.
Kennst du weitere Tools, Bildungsangebote oder Leitfäden, die in diese Übersicht gehören? Schreib uns an team@nachhaltigejobs.de, wir ergänzen die Liste gerne.